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Musicalzone


 

Im Frühjahr 1989 wurde die Velberter Musikschule zu einer Musik&Kunstschule erweitert. Da in allen Fachbereichen der Wunsch bestand integriert zu arbeiten, wurden schon bald einige kleinere spartenübergreifende Projekte durchgeführt. Dabei wurde immer offensichtlicher, dass im Musiktheater die größte Chance besteht die verschiedenen Kunstsparten zusammenzuführen.

Aus der Zusammenarbeit mit dem Tanzhaus Kossmann, dem Tonstudio audioworks und der Musik&Kunstschule Velbert entstanden in regelmäßigen Abständen eigene Musicals:

1991: Schach

1993: BABEL

1994: Gameboys in der Stadt

1996: ex:it!

1998: ADAM

2000: Gigantic

2002: Olymp

2004: traumHAFT

Mammon

2006: Der Kuss des Mammon

Limit

2011: LIMIT

Eintagsfliegen; 2013

2015: Grenzfälle


Prinzipien der musical•zone•velbert (veröffentlich 1993 im Programmheft "BABEL")

Uraufführung 27. Februar 1993, Forum Niederberg Velbert.

Musik: Heinz Jürgen Küpper, Kunt Kornatz
Texte: Dieter Sander-Manzek, Eileen Küpper
Choreographie: Dagmar Kossmann, Sabine Schaefer
Bühnenbild: Andreas Schwarz

Musiktheater mit Jugendlichen: Ein städtisches Kulturprojekt

Warum Musiktheater?

„Man muß sich vom Alltag entfernen, um die Wahrheit zu entdecken.“ (Erich Wonder)

Theater sollte mit allen Mitteln und Inhalten die Zuschauer bewegen und ihnen zeigen, in welcher Welt wir heute leben. Dabei geht es aber nicht darum, fertige Regeln oder moralische Werte vorzulegen, sonst besteht die Gefahr einer Verengung auf eindeutige Botschaften und Aussagen. Im Gegensatz zum gesprochenen Wort, bei dem die Interpretation, der Inhalt, die Bedeutung im Vordergrund steht, so wie wir es in unserer Alltagswelt kennen, ist die Musik eine viel unmittelbarere Ausdrucksform.

Die Musik setzt auf einer hohen Ebene der Künstlichkeit ein. Musiktheater lässt darum aber auch einen größeren Phantasiebereich zu, als das Schauspiel. Lineare Ausdeutungen werden erschwert, ebenso besteht nicht die Gefahr, das Bühnengeschehen in die außertheatralische Realität zu verlegen. Musiktheater wird darum immer aktueller, da es unser Lebensgefühl widerspiegelt, das zunehmend von einem hohen Maß an Künstlichkeit geprägt wird. Die großen Publikumserfolge des Musicals, ebenso die erstaunliche Vitalität der schon oft totgesagten Kunstform Oper, sprechen eine eindeutige Sprache.

 

Warum Musiktheater mit Jugendlichen?

Jugendliche lieben Musicals, sie lieben die Show, die guten Songs. Sie lieben das Theater, das unter die Haut geht, das Stimmungen schafft, das erlebbar ist und emotional bewegt. Das Musical ist eine zeitgemäße Form des Theaters, die nicht die Realität imitiert, sondern in eine Theatertraumwelt entführt. Das Musical ist abwechslungsreich, es vereint Gesang, Tanz und Schauspiel zu einer suggestiven Wirkung. Ein Musical ist spartenübergreifend: Musik, Tanz, Schauspiel und Bühnenbau und, wenn nicht auf vorhandene Stücke zurückgegriffen wird, auch noch Buch, Texte und Komposition. Ein Musical ist Teamarbeit. In allen Sparten muß die Leitung in professionellen Händen liegen. Dies ist nicht in einer Institution allein, z.B. Schule, Musikschule, VHS etc. vorhanden. Ein Musical wird so zu einem städtischen Kulturprojekt. All dies kommt dem Gefühl von Jugendlichen entgegen – und es ist auch von Jugendlichen produzierbar, wenn einige Bedingungen erfüllt werden.

  1. Das Musical verlangt eine professionelle Theaterbühne. Der Rahmen in dem Jugendliche agieren darf nicht unter dem Standard von Tourneetheatern liegen. Alles andere hieße, die Leistungen der Jugendlichen nicht ernst zu nehmen.
  2. Live-Musik und keine Bandeinspielungen. Playback ist out. Echter Gesang und Orchester ist unschlagbar in der Wirkung auf die Zuschauer. Dabei natürlich wieder professionelles Equipment. Nichts ist schlimmer als ein Sänger, den man nicht hört.
  3. Das Bühnenbild ist eine eigene Kunstform und darf nicht zur Dekoration verkommen. Bühnenbild und Ausstattung können nicht den Aufwand kommerzieller Musicalproduktionen betreiben. Dies ist auch nicht notwendig. Gefordert werden muß aber eine Raumgestaltung, eine Szenographie, die auf dem Niveau der Inszenierung liegt.
  4. Jugendliche brauchen eigene Stücke, die auf ihre Fähigkeiten zugeschnitten sind und die eingefahrene Wege verlassen. Also nicht berühmte Musicals reproduzieren. Auch wenn bei vielen Jugendlichen der Wunsch bestehen mag, einmal in der West Side Story mitzuwirken, so wird der Vergleich mit einer Broadwayinszenierung immer negativ ausfallen.
  5. Auf der Bühne muß eine Musicaltruppe agieren. Nicht zwei, drei Stars und fünfzig Statisten. Gerade das Musiktheater bietet die Möglichkeit, gemeinschaftlich im Tanz, in den Songs, in Bewegungsszenen aufzutreten. Reden kann immer nur einer. Also sollte die Bedeutung der gesprochenen Sprache möglichst zurückgedrängt werden. Die Inhalte sollen über Tanz, Musik und Bewegung ausgedrückt werden. Gemeinsam sind wir stark – das spürt auch das Publikum.
  6. Musicalinteressierte Jugendliche sind keine Allroundtalente, aber jeder hat besondere Fähigkeiten. Jeder Beteiligte soll nach seinen Möglichkeiten einen Platz im Musical finden. Trotzdem muß sich unser Musical mit anderen professionellen Inszenierungen messen. Der künstlerische Anspruch kann nicht hoch genug gesetzt werden, man muß nur mit anderen Mitteln als im Profitheater arbeiten.


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Begegnungen am Horizont

Musiktheaterprojekt für Jugendliche ab 15 Jahre

Dienstag 16:30 - 18:00 Uhr

Realschule Kastanienallee, Aula

Leitung: Ute Kranz, Denise Derkum, Pia Zöller


Das Überall-Theater

Das ist ein Theaterkurs für alle zwischen 11 und 14 Jahre.

(Bei Vorerfahrung nach Absprache auch jünger)

Leitung: Ute Kranz
Ort: Aula der Musik- und Kunstschule, Velbert
Wann: freitags 16.30 – 18.00 Uhr